Digitales Storytelling von Leinwand bis Touchscreen

Die Stromausfälle werden häufiger, der Widerstand gegen die Energiekonzerne wird radikaler und die Windkraftwerke werden einfach nicht schnell genug fertig. Es gibt viel zu sehen und zu tun in der Welt von Collapsus: The Energy Risk Conspiracy. Das Transmedia-Projekt verknüpft Doku, Fiktion und Spiel zu einer kurzweiligen und informativen Reise durch die Energiepolitik.

Das Projekt von Regisseur Tommy Pallotta (A Scanner Darkly) entstand in Zusammenarbeit mit der holländischen Transmedia-Schmiede Submarine Channel. Und die hat ganze Arbeit geleistet. Die Elemente Spiel und Information schmiegen sich links und rechts um die zentrale Erzählung, die mit Realfilm, Animation und Minispielen vorangetrieben wird. Die Navigation ist klar und effektiv und lässt der effektgeladenen Erzählung genug Raum sich zu entfalten.

Das Spiel auf der linken Seite gibt uns die Kontrolle über den Energiemix verschiedener Länder: Kohle, Gasimporte oder Windkraftwerke – was darf’s sein? Über einfache Schieberegler kann man die nationale Energiepolitik steuern und die Konsequenzen für Energie-Output, Verschuldung und Umweltverträglichkeit sofort ablesen. Wer sich mit diesem Mini-Strategiespiel nicht auseinandersetzen will, kann es aber auch lassen und sich voll auf die anderen Aspekte der Erzählung konzentrieren.

Auf der rechten Seite neben dem Hauptfilm findet man eine Art Nachrichtensender, der Hintergründe zur Erzählung liefert und Interviews zum Thema mit Experten einstreut – dass es sich dabei um echte Protagonisten und keine Schauspieler handeln könnte, ahnt man allerdings nur.

Collapsus: The Energy Risk Conspiracy ist eine Erzählung mit pädagogischem Anspruch. Langweilig oder aufdringlich wird sie dadurch zum Glück nicht.

Trailer

Walkthrough

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Jetzt ist auch der Mitschnitt des Crossmedia-Talks beim Dokumentarfilmfestival in Leipzig online. Und darum ging’s:

Das digitale Medienzeitalter hat die globale Mediennutzung und Informationswege grundlegend verändert – wir kommunizieren, produzieren und konsumieren multimedial. Auch im Dokumentarfilmbereich entstehen zunehmend spannende, interaktive Produktionen und neue dokumentarische Formate, die auf unterschiedlichen medialen Plattformen ausgewertet werden. Ob Mobile-Docs fürs Handy, digitale Doc-Serien im Internet oder das Onlinespiel zum Dokfilm – Cross Media ist zum Schlagwort des aktuellen Medienmarktes geworden und diese Entwicklung ist sowohl Chance, als auch Herausforderung für die Medienmacher.
Wie bereitet man Inhalte cross medial auf und was bedeutet das für die Erzählstrukturen dokumentarischer Stoffe? Wie können sich Filmemacher und Produzenten auf die Produktion von 360°-Formaten einstellen und was müssen sie über Struktur und Konzeption solcher Projekte wissen? Wie finanziert man ein Transmedia-Projekt und welches sind die richtigen Partner und Netzwerke?

Key-Note: Jakob Kirstein Høgel (Artistic Director/ New Danish Screen, Copenhagen)
Panelists: Jakob Kirstein Høgel (Artistic Director/ New Danish Screen, Copenhagen), Liz Rosenthal (Geschäftsführerin/ Power to the Pixel, London), Inga von Staden(Geschäftsführerin/ Projectscope, Berlin), Lena Thiele (Producerin New Media/ Gebrüder Beetz Filmproduktion, Berlin)
Moderation: Ted Baracos (Digital Media Director/ MIP TV, Paris)

Hier anhören: DOK Summit: Crossmedia – nur eine Mode?

[blip.tv ?posts_id=4315476&dest=-1]

Vorträge zum Thema Games im realen Leben, Metagames und Gamemechanismen beim Storytelling hört man in letzter Zeit häufiger. Und so wäre die Keynote zu Power to the Pixels Cross-Media Forum 2010 in London vor ein paar Tagen mit dem Titel „The Game-ification of Life“ fast schon nichts Besonderes mehr, wäre da nicht die Berufsbezeichnung des Redners. Michel Reilhac ist kein Geringerer als der Executive Director von ARTE France Cinema.

Er spricht auch über die Invasion der Games in das reale Leben, vor allem aber über die Motivation von Spielern, die er kurzerhand in vier Gruppen aufteilt. Die Auswirkungen aufs Storytelling kommen etwas kurz und man kann bei einigen Definitionen geteilter Meinung sein. Aber es lohnt sich dennoch die Keynote bis zum Ende zu schauen – die Conclusio ist herrlich pathetisch.

Game-ification of Life bei blip.tv

via thepixelreport

Mit Project ROME stellt Adobe ein Tool vor, mit dem sich Audio, Video, Text und Grafik zu interaktiven Präsentationen zusammenführen und veröffentlichen lassen. Das ganze kommt als eine Art Flash/Dreamweaver/Indesign-Mashup daher und richtet sich vornehmlich an Einsteiger. Im Demovideo sieht das Zusammenstellen der Inhalte dann auch recht intuitiv aus. Im YouTube-Kanal zu Project ROME finden sich Videos, die viele Funktionen erklären und Hilfestellung leisten sollen. Ab sofort kann jeder das Tool selbst probieren.

Project ROME gibt’s wahlweise als Onlineapplikation im Browser oder als Desktop-Variante zum Download für OS X ab 10.5 oder Windows. Während der Testphase kann man das Tool noch kostenlos nutzen, später wird’s dann gebührenpflichtig.

via TUAW

Lorenz Matzat vergleicht im Open Data Blog von Zeit.de, wie unterschiedlich Guardian, Spiegel, New York Times und Al Jazeera und Co. mit den knapp 400.000 von Wikileaks veröffentlichten Dokumenten umgehen. Auch Wikileaks selbst stellt ein Tool zur Recherche in den Dokumenten online.

Quelle auf Zeit.de

Robin Meyer-Lucht von Carta hat Tino Kressner interviewt,der mit Startnext eine deutschen Crowdfunding-Plattform ins Beta-Stadium gebracht hat. Der Dresdner hat viel vor. Hunderttausend Nutzer soll Startnext in absehbarer Zeit gewinnen. Finanzieren will sich der Dienst über 10% Transaktionsgebühren, das amerikanische Vorbild Kickstarter.com verlangt dagegen nur 5%.

Startnext hat selbst eine gute Übersicht über die Crowdfunding-Dienste im deutschsprachigen Raum erstellt.

Via carta.info

Auch in diesem Jahr ging es beim Dokfestival in Leipzig um neue Produktions- und Finanzierungsformen von dokumentarischen Inhalten. Die Talks sind kann man jetzt als Podcast nachhören:

DOK Podium: CROWD FUNDING – Wenn das Publikum zum Finanzier wird

mit Matthias Lavaux (Touscoprod, Paris) und Jamie King (Filmemacher/ VODO.net, London)
Moderation: Peter Wintonick (Necessary Illusions/ DOCAGORA, Montreal)

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